Grotesk – Teil V: Zerschlagen

Der Himmel stand in Flammen und mit ihm Johann Wagners Schädel. Der Smog, die Gifte in der Luft, wurden in Rot getaucht. Die Schatten wurden länger und dicker, bevor sie endgültig die Nacht erobern würden. Ein sich anbahnender Sonnenuntergang, ein ganz gewöhnlicher, der Wagner trotzdem in Verwirrung stürzte. Sein Schädel hämmerte, unbestimmte Kopfschmerzen verweigerten ihm […]

Grotesk – Teil IV: Eingesperrt

Sein Spiegelbild starrte ihn aus der Finsternis heraus an. Wagner starrte zurück, regungslos. Er atmete, gepresst und angestrengt. „Was wollen Sie?“, fragte er. Die verzerrte Stimme aus dem Telefon lachte, gluckste mehr. Es war ein bitteres, morastiges Geräusch. Als würd der Ton aus großer Tiefe sich langsam, unendlich langsam, einen Weg zur Oberfläche bahnen durch […]

Grotesk – Teil III: Besetzt

  Das Klingeln seines Telefons riss Wagner aus seinen Gedanken. Er fuhr sich über die müden Augen, blinzelte. Es war Nacht geworden, spät in der Nacht. In seiner Wohnung war es finster, bis auf das leuchtende Rechteck seines Computermonitors und das bebende Licht seines Mobiltelefons. Er hatte gar nicht bemerkt, dass er wieder Stunden vor […]

Was Kunst nicht ist

Verehrte Prinzess ‘Ishka, mir ist ein Brief zugespielt worden, an dich adressiert und voll mit Gedanken, die unkommentiert zu lassen ich nicht länger ertrage. Miasha offeriert darin zwei Ideen über einen Begriff von der Kunst, die mir einer Diskussion wert scheinen. Wir müssen, denke ich, uns kaum darüber unterhalten, weshalb gerade die Kunst eines solchen […]

Grotesk – Teil II: Verfressen

„Doktor“ Mühsam war ein Mann von erstaunlichem Appetit und Umfang. Nichts, was er je tat, wäre in irgendeiner Art und Weise klein zu nennen. Weder bei seinen Plänen, noch bei einem einfachen Mittagessen kannte er so etwas wie Mäßigung. Obwohl er dabei oft mit Klienten sprach und Geschäfte abschloss, verbrachte er exorbitant viel Zeit bei […]

Grotesk – Teil I: Abgeblitzt

Niemand konnte guten Gewissens die Wörter „Kunst“, „Schönheit“ oder auch nur Anstand mit dem in Verbindung bringen, was am Abend des siebzehnten August in einer alten Kirche am Landwehrkanal geschah. Die gesamte Einrichtung war mehr ein Mahnmal gegen alles, was in anständiger Gesellschaft als Kunst galt. Sie war gefüllt mit Personen, die einer Art Gottesdienst […]